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Montag, 1. September 2014

Pyramidenbau - und wieder etwas merkwürdige Theorien

Mittlerweile sind einige Theorien bekannt, die erklären sollten wie man denn nun die Pyramiden bauen konnte, doch nichts davon taugt davon. Das diesen Theoretikern jeder Sinn für Praxis fehlt, macht das ganze an sich noch viel schlimmer als es so schon ist.

Nun machen gerade zwei Physiker -  Dr. Joseph West und G. Gallagher von der Indiana State University und K. Waters Michigan Technological University - von sich reden die allen Ernstes nach das Problem des Transportes gelöst haben wollen; leider haben sie etwas ganz entscheidendes vergessen und in die wichtigste Problematik nicht ansatzweise lösen können. Und genau deshalb ist diese Theorie völlig wertlos.

Diese beiden Physiker haben also die Idee, das man an den Steinblöcken an 4 Seitenflächen jeweils 3 Rundhölzer anbringen muß, um den Transport zu vereinfachen; das Foto zeigt das Prinzip des Aufbaus.



Eine recht interessante, aber völlig unsinnige Idee, denn es gibt da noch einige Fragen zu klären die dabei aufkommen
  • Woher stammt das notwendige Holz, das benötigt werden würde
  • Wie hätte man die Steinblöcke von 30 Tonnen und mehr bewegen wollen
  • Es wurde nicht erklärt, wo man entsprechende Hölzer mit bestimmten Durchmessern her bekam , die wie beschrieben notwendig gewesen sein sollen.
Wer den Transport von Steinblöcken erklärt, hat jedoch immer noch nicht  belegen können wie diese Steinblöcke gewonnen wurden; weiter wurde nicht erklärt wie man bestimmte Steinsorten zur Baustelle gebracht hat und wie man sie aufgrund der Bauzeit, die immer noch ohne zu murren angenommen wird, so schnell und Millimetergenau verlegen konnte.
Ich erinnere daran das man 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr mit hunderttausenden Arbeitern alle 3 Minuten einen Steinblock hätte einbauen müssen.
An anderer Stelle hatte ich bereits deutlich gemacht, das wir schon bei der Steinblockgewinnung mit heutigen hochmodernen Mitteln.

Setzen wir es jedoch in Relation zu den in der Cheopspyramide verbauten 2.5 Mio Blöcken, erhalten wir einen Wert von sage und schreibe 90 Mio Arbeitsstunden oder 3.75 Mio Arbeitstagen oder 10273 Arbeitsjahren, wenn wir annehmen, es sei wirklich tagtäglich und ohne eine Pause gesägt worden (bezogen auf die Leistung einer heutigen modernen Sägemaschine). 

Artikel vom 14.Mai 2014 

Genau da fängt das Problem nämlich an, doch wen interessiert es. Man erklärt den angeblichen Transport, lässt die Grundproblematik an sich weg und bekommt Aufmerksamkeit. Eine schon recht traurige Entwicklung.


Es gibt allerdings noch andere recht lustige Möglichkeiten, die man uns anbietet. In diesem Fall haben Physiker der FOM Foundation an der Universiteit van Amsterdam die vorschlagen, das Schlitten wohl auf feuchtem Sand gezogen worden sind um damit sogar die notwendige Anzahl der Arbeitskräfte letztendlich halbieren zu können.
Nun wollen wir der Sache mal auf den Grund gehen, denn wenn man das ganze tatsächlich so machen wollte, gibt es Voraussetzungen die Erfüllt sein müssen, weil es sonst nicht funktionieren kann.
  • Der Sand muß vorher schon verdichtet sein, um ein Einsinken zu verhindern oder der Untergrund muß sehr fest und nur mit wenig Sand bedeckt sein; das wäre dann aber schon ausreichend und man könnte sich das befeuchten sparen.
  • Die Feuchtigkeit muß optimal sein, um nicht den angeblichen Schlitten durch Schlamm zu ziehen, denn dann wäre das ganze von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
  • Wie hätte man - wenn man von dieser Theorie ausgeht - die perfekte Feuchtigkeit erreichen können, wie viele Arbeiter wären notwendig gewesen um den Boden ständig mit Wasser zu versorgen?
  • Auch hier wird auf die tatsächlichen Probleme der Steingewinnung gar nicht erst eingegangen; offenbar hält man das Rätsel für gelöst.

Letztendlich ist wieder einmal mehr festzuhalten, das keine der Theorien wirklich etwas zur Lösung beigetragen hat. Grundsätze werden nicht einbezogen oder schlichtweg ignoriert, als gäbe es sie gar nicht.
Hilfreich sind solche Theorien jedenfalls nicht.


Quelle zum Steintransport auf Rollen:

Niederländische Erklärung zum Transport

Kommentare:

  1. Ich lese gerne ihre Artikel und habe nun eine Frage. Wie fügt sich die Theorie von Jean-Pierre Houdin über den Pyramidenbau ein bzw. gibt es überhaupt Platz für diese Theorie? Für mich als interessierten Laien, klingt seine Theorie schlüssig und nachvollziehbar, wenngleich ich keinerlei Vergleiche und fundierte Fakten gegenübergestellt habe. Welchen Stellenwert hat seine Theorie bei den Wissenschaftern...hat sie überhaupt eine?

    LG
    Wissensdurst

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  2. Hallo Wissensdurst

    Es würde eine schon recht lange Antwort werden, weil es nicht einfach mit ein paar Worten zu beantworten ist. Deshalb werde ich gleich am Anfang nächsten Monats - leider komme ich vorher nicht dazu - einen eigenen Beitrag dazu und darin versuchen die Begründungen dafür zu geben, warum es m.E. nach nicht sein kann, eine Pyramide so zu bauen.

    Dazu möchte ich unbedingt noch einmal auf den Artikel "Mathematisches zu den Pyramiden" hinweisen. Dort wird alleine schon klar gemacht das es einer sehr ausgeklügelten Technik bedarf, um alleine schon das Material zu gewinnen und zum Ort des Geschehens zu transportieren. Dabei ist also alleine schon die technische Leistung als solche ohne Hilfe nicht möglich gewesen. In diesem Zusammenhang sei noch einmal darauf hingewiesen, das dort offenbar auch Techniken verwendet wurden, deren es Erfindungen bedurfte, die es bei uns aber erst seit gerade mal 119 Jahren gibt - das wäre nämlich die erste elektrische Handbohrmaschine; was eine Grundvoraussetzung ist um von dort die Technik weiter zu entwickeln. Von da an bis zum Kernbohrer vergingen auch noch viele Jahre.
    Weiterhin wurden von diversen Autoren die sich mit den Pyramiden befassten und noch befassen darüber berichtet, das es ganz offensichtliche Spuren von - und jetzt gut festhalten - Plasmaschneidern gibt, die man natürlich als Archäologe für sich behält während die Autoren das öffentlich gesagt haben.merkwürdigerweise kamen kaum Reaktionen aus der "Fachwelt" wie sie sonst kommen. das bedeutet das man Autoren regelrecht in der Luft zerreißt, von Fälschungen spricht und Zeter und Mordio schreit.

    Wie gesagt, es wird umfangreicher und ich werde deshalb mal aufhören und alles noch einmal in einem gesonderten Artikel zusammenfassen und in erster Linie den Herrn Jean-Pierre Houdin und seine Theorie unter die Lupe nehmen. An diesen Theorien, von wem auch immer sie kommen, kann man auch erkennen ob sie am Schreibtisch entworfen wurden oder ob es tatsächlich im praktischen Experiment möglich sind. es ist ja nicht notwendig das im Maßstab 1:1 nach zubauen, aber eine Höhe von 20 m sollte ausreichen um ihm nach 5 Metern klar zu machen, das es nichts wird.
    Immerhin wollen wir ihm doch nur die Werkzeuge zugestehen, die auch tatsächlich (nach Auffassung der Ägyptologen) vorhanden waren. Weiter muß geprüft werden woher das notwendige Holz kommt das dort Verwendung gefunden haben soll.
    Ich beende das hier jetzt mal und werde mich gleich Anfang Oktober daran machen, einen entsprechenden Artikel zu erstellen.

    Mit besten Grüßen

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  3. Bin gespannt! Danke die Info. Find ich toll, dass ich sie zu einem eigenen Artikel hinreißen konnte.

    LG
    Wissensdurst

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  4. Sie haben ja recht; viele Dinge sind einfach nicht geklärt, doch kann ich eines schon mit Gewissheit sagen: Ich habe nicht die geringste Ahnung dazu, was andere "Theoretiker" über die Ideen zum Bau anderer denken oder ob sie es akzeptieren - ich denke, wenn es so wäre das es akzeptiert würde, gäbe es nicht so viel unterschiedliche Theorien. Alle haben nämlich den gleichen Makel; dazu aber mehr dann im Artikel.

    Mit besten Grüßen

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